Innovationshub Bern

Die letzten Monate waren wie eine dieser gläsernen Schneekugeln. Ein unsichtbares Virus verdeckte unser wirtschaftliches Sichtfeld und manch einer wusste während des Lockdowns kaum mehr, wo oben oder unten ist. Langsam legt sich der Schnee und wir müssen erkennen, dass sich einiges verändert hat. Die Krise hat den Graben zwischen den innovativen Unternehmen und denen, welche schon lange mit strukturellen Schwierigkeiten kämpfen, noch grösser gemacht. In diesen ersten Monaten der Krise entstanden kluge Kooperationen, grossartige Innovationen und Geschäftsmodelle mit Zukunft. Aber es gibt auch einige Unternehmen, die nun definitiv eingestehen müssen, dass sie dem Zeitgeist nicht mehr entsprechen, ausser sie finden schleunigst neue Geschäftsfelder und innovative Ansätze.

Innovation wird deshalb in den kommenden Jahren wichtiger denn je. In einem schwierigen Umfeld wird jede Investition auf die Waagschale gelegt. Investiert wird insbesondere in innovative Konzepte mit Wachstumspotenzial. Und deshalb müssen solche noch stärker gefördert werden. Von wegen «langsame Berner»: Bereits am 20. März – also in der Woche des Lockdowns – hat die Standortförderung des Kantons Bern zwei hocheffiziente Unterstützungsinstrumente für Industrie- und Technologieunternehmen ausgeschrieben. In Bern entstanden zur selben Zeit private Initiativen wie unsere Plattform «Local Hero», welche sich national ausbreiteten. Das Innovationsökosystem von be-advanced, das ZID im Bernapark oder sitem-insel sind der Beweis, dass Bern die Chance hat, zum Innovationshub zu werden. Wir müssen aber die Entwicklung der letzten Jahre und den Schub der letzten Monate beibehalten. Eine Förderung der Innovationskraft unserer Berner Wirtschaft ist deshalb wichtiger denn je und muss ganz oben auf die politische Agenda.

(Erschienen im Bärnerbär, Dienstag 14. Juli 2020)