Poppige Weihnachten

Bern ist momentan eine Weihnachts-Festhütte. Vom kleinen Oskar Elch über die traditionellen Weihnachtsmärkte auf dem Münster- und Waisenhausplatz, das Fonduechalet vor dem Kornhaus bis zum hippen Sternenmarkt auf der Kleinen Schanze: wahnsinnig, was alles in Bern läuft. Aber nicht nur bei den Weihnachtsmärkten: wer momentan ein Pop-Up-Konzept realisieren möchte, ist in Bern genau richtig. Kater Karlo oder Zwischennutzung in der Gelateria… überall poppen tolle Gastroangebote auf. Die Offenheit und Bewilligungspraxis der Stadtbehörden ist löblich, denn diese Konzepte attraktiveren die Innenstadt. Dies im übrigen auch für das reguläre Gewerbe, das das ganze Jahr die Innenstadt attraktiv macht. Und dennoch dürfen die Stadtbehörden das Gewerbe, das nicht nur für kurze Zeit seine Türen öffnet, sondern schon seit Jahren und ganzjährig diese Innenstadt bereichert, nicht vernachlässigen. In Zeiten des Ladensterbens, des Onlinehandels und der Elebniszentren an der Peripherie ist es für viele kleine Läden nicht mehr einfach, ihr Standort in der Innenstadt zu halten. Und von vielen höre ich Klagen. Ein stadtbekannter Modehändler erzählte mir unlängst, wie am Zibelemärit die Gewerbepolizei einschritt, weil er seine Kasse nicht ganz genau pünktlich verräumte. Klar, gelten Regeln für alle. Aber für die Pop-Ups werden diese ja auch bewusst und punktuell ausgeweitet. Es ist an der Zeit, sich mal wieder zu fragen, was man denn für all die Gewerbetreibenden machen will, die kein Pop-Up betreiben. Die sind dann nämlich im Januar auch noch da, wenn alle Lichter und Sterne erloschen sind.